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Ehen vor dem Aus?






Ehen vor dem Aus?



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In einer Stern-TV-Reportage vom 9. Dezember 2003 (um 21:10 Uhr auf Vox) wird der Weg zweier Paare aufgezeigt, die sich statt einer Trennung für eine Eheberatung entschieden haben.

 

 

 

 

Dr. Rudolf Sanders, Autor des Buches "Zwei sind ihres Glückes Schmied", berichtet, wie in dieser Reportage die Arbeit der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle Hagen-Iserlohn-Menden (deren Leiter Dr. Sanders ist) präsentiert wird:

Bei nicht wenigen Menschen werden Trennung oder Scheidung als probates Mittel angesehen, Probleme und Schwierigkeiten in einer Ehe bzw. einer Partnerschaft zu lösen. Die aktuelle Scheidungsrate tendiert gegen 50 Prozent. Bei vielen verbindet sich die Trennung vom Partner sicherlich mit der Hoffnung, mit dem Neuen, der Neuen wird alles anders und vor allen Dingen besser. Allerdings wird dabei nicht beachtet, dass es sich bei den "Neuen" nicht selten um "Gebrauchte" handelt!

 

Durch Trennung oder Scheidung verursachte Probleme

Darüber hinaus sind die statistischen Erkenntnisse über die teilweise drastischen Folgen von Trennung und Scheidung eher unbekannt: Die Ehescheidung ist eines der am meisten belastenden Erlebnisse im menschlichen Leben. Menschen, die vom Partner getrennt oder geschieden sind, haben einen schlechteren psychischen und physischen Gesundheitsstatus als vergleichbare Individuen, die allein leben, verwitwet oder verheiratet sind. Nach einer Scheidung kommt es bei den Betroffenen zu einer deutlichen Zunahme von akuten und chronischen körperlichen Erkrankungen. Betroffene Kinder zeigen eine entschieden höhere Rate an Verhaltensstörungen, schulischen Problemen, Beziehungsproblemen mit Gleichaltrigen und eine schlechtere physiologische Gesundheit.

 

Stern-TV berichtet über die "Partnerschule"

Dass es sehr wohl Alternativen zu einer Trennung gibt, wird sehr lebendig in einer Stern-TV-Reportage vermittelt (die der Sender Vox am 9. Dezember 2003 ausstrahlt): Zwei Paare machen sich auf den Weg in die katholische Eheberatungsstelle Hagen-Iserlohn-Menden. Mithilfe des Verfahrens "Partnerschule" lernen sie hier, Worte für das zu finden, was für sie bisher unaussprechlich war. Nicht, dass sie nicht stundenlang miteinander geredet oder gestritten hätten und verzweifelt gewesen wären. Ihnen fehlten die Worte dafür, was es genau in der Beziehung miteinander so schwierig macht.

Nachdem sie gelernt haben, sich auszudrücken, trainieren sie Basisqualitäten, die für das Gelingen einer nahen Beziehung notwendig sind, zum Beispiel zu sagen: "Ja, das will ich" oder: "Nein, das will ich nicht!" Sie lernen vor allen Dingen, einander gleichwertig und gleichberechtigt zu behandeln und den anderen in seiner Einmaligkeit und Andersartigkeit Wert zu schätzen.

Die Veränderungen im Miteinander drücken sich in einem neuen Entflammen ihrer Liebe füreinander aus. Durch eine Veränderung der zu Beginn der Beratung erhobenen Daten zur Zufriedenheit mit der Partnerschaft, der Fähigkeit Probleme zu lösen und der sexuellen Zufriedenheit ist dieses Faktum sogar wissenschaftlich feststellbar. Auch depressive Symptome und körperliche Beschwerden verändern sich signifikant - und diese Veränderungen sind nicht nur für die betroffenen Partner, sondern insbesondere auch für deren Kinder spürbar. Diese fühlen sich entlastet und müssen nicht mehr Sorge dafür tragen, dass die Ehe ihrer Eltern gelingt. Diese Freude ist ihnen im Interview deutlich anzumerken.

 

Über die Notwendigkeit von Beratungsstellen

Unser Sozialsystem steht vor weitreichenden und einschneidenden Veränderungen. Um so wichtiger ist es deshalb, sich um das Gelingen von Ehe und Familie zu kümmern, um wichtige Fundamente unserer Gesellschaft. Deshalb gilt es, Paaren zu helfen, dass sie ihren gesellschaftlichen Auftrag mit Kompetenz und Freude wahrnehmen können. Institutionen wie die Eheberatung, die jungen Paaren in der Vorbereitung auf ihre Ehe Grundregeln für ein konstruktives Miteinander vermitteln, die Paaren in der Krise Hoffnung vermitteln und ihnen aufzeigen, wie sie diese Krise für eine Verbesserung des Miteinanders nutzen können und die Paaren auch aufzeigen, wie sie in ihrer Rolle als Eltern ihre Kinder positiv erziehen können, sind deshalb für eine Gesellschaft so notwendig, wie z.B. ein Krankenhaus oder eine Polizeistation.

Dr. Rudolf Sanders

 



aktualisiert am:  17:44 28/11 2005

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