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Gewaltfreie Kommunikation


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Gewaltfreie Kommunikation

Gewalt kann durch Sprache ausgeübt werden.

Wir alle haben sicher schon erlebt, daß eine Kommunikationssituation entgleiten und immer gewaltgeladener werden kann. Ein Gespräch beginnt bereits auf einem aggressiven Level. Etwas, das das Gegenüber sagt - oder die Art und Weise, wie es gesagt wird -, empfindet man als verletzend oder abwertend.

Also versucht man zu kontern ... und so langsam aber sicher schaukelt sich die Aggressivität in der Kommunikation auf beiden Seiten hoch. Die Stimmen werden lauter, die Wortwahl weniger sorgfältig ... und am liebsten würde man ....!

 

Der international bekannte Konfliktmediator Marshall Rosenberg beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit der Frage, was einerseits genau geschieht, wenn Menschen beginnen sich gewalttätig und ausbeuterisch zu verhalten und was auf der anderen Seite der Grund dafür ist, daß es anderen Menschen selbst unter schwierigsten Bedingungen gelingt, sich gewaltfrei zu verhalten.

 

In seinem Buch "Gewaltfreie Kommunikation", das im August 2001 in deutscher Übersetzung bei JUNFERMANN erschienen ist, schildert er, wie er als Kind mit seiner Familie nach Detroit zog, als dort gerade schwere Rassenunruhen herrschten. Nur aufgrund seines jüdisch klingenden Namens wurde er von zwei Mitschülern, die ihm bei Schulschluß auflauerten, getreten und verprügelt. Seit diesem Erlebnis beschäftigt er sich mit den Vorbedingungen für Gewalt und für Gewaltlosigkeit - insbesondere in der zwischenmenschlichen Kommunikation.

 

Das von Marshall Rosenberg entwickelte "Modell der Gewaltfreien Kommunikation" besteht aus vier Stufen:

 

1. Beobachten: 

Konkrete Handlungen, die wir beobachten können, und die unser Wohlbefinden beeinträchtigen. Zuerst beobachten wir, was in einer Situation tatsächlich geschieht. Wir tun dies jedoch ohne Bewertung und ohne Beurteilung.

2. Gefühle:

Wie wir uns fühlen, in Verbindung mit dem, was wir beobachten. Fühlen wir uns verletzt, erschrocken, froh, amüsiert, usw.?

3. Bedürfnisse:

Wir untersuchen unsere Bedürfnisse, Werte, Wünsche usw. aus denen diese Gefühle entstehen

4. Bitten:

Die konkrete Handlung, um die wir bitten möchten, damit unser Wohlbefinden nicht weiter beeinträchtigt wird und unser aller Leben reicher wird.

 

Die Gewaltfreie Kommunikation hilft uns also:

- unsere Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken, ohne unsere GesprächspartnerInnen zu beschuldigen oder zu kritisieren;

- unsere Bitten in der Kommunikation klar zu formulieren, ohne anderen zu drohen, sie zu manipulieren oder zu erpressen;

- Vorwürfe, Kritik und Forderungen anderer nicht persönlich zu nehmen, sondern zu hören, was dahinter steht.

 



aktualisiert am:  15:26 27/04 2006