Gewaltfreie KommunikationRosenberg, Marshall B.
Gewaltfreie Kommunikation
Aufrichtig und einfühlsam miteinander sprechen.
Neue Wege in der Mediation und im Umgang mit Konflikten
Originaltitel: Nonviolent Communication
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ÜbersichtWir betrachten unsere Art zu sprechen vielleicht nicht als "gewalttätig", dennoch führen unsere Worte oft zu Verletzung und Leid - bei uns selbst oder bei anderen. Die Gewaltfreie Kommunikation hilft uns bei der Umgestaltung unseres sprachlichen Ausdrucks und unserer Art zuzuhören. Aus gewohnheitsmäßigen, automatischen Reaktionen werden bewußte Antworten. Wir werden angeregt, uns ehrlich und klar auszudrücken und gleichzeitig anderen Menschen unsere respektvolle Aufmerksamkeit zu schenken.
Wenn wir die Gewaltfreie Kommunikation in unseren Interaktionen anwenden, ob mit uns selbst, mit einem anderen Menschen oder in einer Gruppe, kommen wir an eine Tür, die auf allen Ebenen der Kommunikation, in allen Altersklassen und in den unterschiedlichsten Situationen im Beruf, im Privatleben und auf dem politischen Parkett erfolgreich geöffnet werden kann.
Die Gewaltfreie Kommunikation ist die verlorene Sprache der Menschheit, die Sprache eines Volkes, das rücksichtsvoll miteinander umgeht und die Sehnsucht hat, in Balance mit sich selbst und anderen zu leben. Mit Geschichten, Erlebnissen und beispielhaften Gesprächen macht Marshall Rosenberg in seinem Buch alltägliche Lösungen für komplexe Kommunikationsprobleme anschaulich. |
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Aus dem InhaltVorwort von Vera F. Birkenbihl
Einführung von Friedrich Glasl
Von Herzen geben: Das Herz der gewaltfreien Kommunikation
Wie wir unsere Aufmerksamkeit fokussieren können
Wie wir die gewaltfreie Kommunikation in unserem Leben und in unserer Umgebung anwenden können
Wie Kommunikation Einfühlungsvermögen blockiert
Moralische Urteile
Vergleiche anstellen
Verantwortung leugnen
Andere Formen lebensentfremdender Kommunikation
Beobachten ohne zu bewerten
Die höchste Form menschlicher Intelligenz
Gefühle wahrnehmen und ausdrücken
Unterdrückte Gefühle kommen teuer zu stehen
Gefühle im Gegensatz zu "Nicht"-Gefühlen
Wie wir uns einen Gefühlswortschatz aufbauen
Verantwortung für unsere Gefühle übernehmen
Eine negative Äußerung und vier Reaktionsmöglichkeiten
Die Bedürfnisse an den Wurzeln unserer Gefühle
Der Schmerz, den wir fühlen, wenn wir unsere Bedürfnisse ausdrücken, im Gegensatz zu dem Schmerz, den wir beim Unterdrücken unserer Bedürfnisse fühlen
Von emotionaler Sklaverei zu emotionaler Befreiung
Um das bitten, was unser Leben bereichert
Positive Handlungssprache benutzen
Bitten bewußt formulieren
Um Wiedergabe bitten
Um Offenheit bitten
Bitten kontra Forderungen
Mit welchem Ziel äußern wir eine Bitte?
Empathisch aufnehmen
Präsenz: Tu nicht irgend etwas, sei einfach da
Auf Gefühle und Bedürfnisse hören
Paraphrasieren - Mit eigenen Worten wiedergeben
Wenn Schmerz unsere Empathiefähigkeit blockiert
Die Macht der Empathie
Empathie, die heilt
Empathie und die Fähigkeit, verletzlich zu sein
Wie Empathie Gefahrensituationen entschärft
Mit Empathie ein leerlaufendes Gespräch wiederbeleben
Ärger vollständig ausdrücken
Den Auslöser von der Ursache unterscheiden
Ärger hat immer einen lebensbejahenden Kern
Auslöser kontra Ursache: Praktische Auswirkungen
Vier Schritte um Ärger auszudrücken
Die beschützende Anwendung von Macht
Wenn die Anwendung von Macht unumgänglich ist
Die Einstellung hinter der Machtanwendung
Verschiedene Arten bestrafender Macht
Die beschützende Ausübung von Macht in Schulen
Uns selbst befreien und andere unterstützen
Sich von alten Mustern befreien
Innere Konflikte lösen
Traumtötersprache
Diagnosen durch gewaltfreie Kommunikation ersetzen
Wertschätzung und Anerkennung ausdrücken in gewaltfreier Kommunikation
Die Absicht hinter der Anerkennung
Der Hunger nach Anerkennung
Aus der EinleitungWeil ich glaube, daß die Freude am einfühlsamen Geben und Nehmen unserem natürlichen Wesen entspricht, beschäftige ich mich schon viele Jahre meines Lebens mit zwei Fragen: Was geschieht genau, wenn wir die Verbindung zu unserer einfühlsamen Natur verlieren und uns schließlich gewalttätig und ausbeuterisch verhalten? Und umgekehrt, was macht es manchen Menschen möglich, selbst unter den schwierigsten Bedingungen mit ihrem einfühlsamen Wesen in Kontakt zu bleiben?
Als ich mich mit den Umständen beschäftigte, die unsere Fähigkeit beeinflussen, einfühlsam zu bleiben, war ich erstaunt über die entscheidende Rolle der Sprache und des Gebrauchs von Wörtern. Seitdem habe ich einen spezifischen Zugang zur Kommunikation entdeckt - zum Sprechen und Zuhören -, der uns dazu führt, von Herzen zu geben, indem wir mit uns selbst und mit anderen auf eine Weise in Kontakt kommen, die unser natürliches Einfühlungsvermögen zum Ausdruck bringt. Ich nenne diese Methode Gewaltfreie Kommunikation und benutze den Begriff Gewaltfreiheit in Sinne von Gandhi: Er meint damit unser einfühlendes Wesen, das sich wieder entfaltet, wenn die Gewalt in unseren Herzen nachläßt.
Wir betrachten unsere Art zu sprechen vielleicht nicht als "gewalttätig", dennoch führen unsere Worte oft zu Verletzung und Leid - bei uns selbst oder bei anderen. In einigen Gruppen ist der Prozeß, den ich beschreibe, auch als Einfühlsame Kommunikation bekannt; die Abkürzung "GFK" steht in diesem Buch daher für Gewaltfreie oder Einfühlsame Kommunikation.
Wie wir unsere Aufmerksamkeit fokussieren können
Die GFK gründet sich auf sprachliche und kommunikative Fähigkeiten, die unsere Möglichkeiten erweitert, selbst unter herausfordernden Umständen menschlich zu bleiben. Sie beinhaltet nichts Neues; alles was in die GFK integriert wurde, ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Es geht also darum, uns an etwas zu erinnern, das wir bereits kennen - nämlich daran, wie unsere zwischenmenschliche Kommunikation ursprünglich gedacht war. Und es geht auch darum, uns gegenseitig bei einer Lebensweise zu helfen, die dieses Wissen wieder lebendig macht.
Die GFK hilft uns bei der Umgestaltung unseres sprachlichen Ausdrucks und unserer Art zuzuhören. Aus gewohnheitsmäßigen, automatischen Reaktionen werden bewußte Antworten, die fest auf dem Boden unseres Bewußtseins über das stehen, was wir wahrnehmen, fühlen und brauchen. Wir werden angeregt, uns ehrlich und klar auszudrücken und gleichzeitig anderen Menschen unsere respektvolle und einfühlsame Aufmerksamkeit zu schenken. Unabhängig vom Thema eines Gesprächs gelingt es uns dann immer besser, unseren eigenen, zugrunde liegenden Bedürfnisse wie auch denen unserer Gesprächspartner auf die Spur zu kommen. Die GFK trainiert uns, sorgfältig zu beobachten und die Verhaltensweisen und Umstände, die uns stören, genau zu bestimmen. Wir lernen, in einer bestimmten Situation zu erkennen, was wir konkret brauchen, und es klar auszusprechen. Die Form ist einfach und hat doch starke Transformationskraft. Bibliographische NotizenDr. Marshall B. Rosenberg ist international bekannt als Konfliktmediator und Gründer des internationalen Center for Nonviolent Communication in den USA. Die von ihm entwickelte Methode der Gewaltfreien Kommunikation hat sich als machtvolles Werkzeug herausgestellt, um Differenzen auf persönlichem, beruflichem und politischem Gebiet friedlich zu lösen. In den letzten dreißig Jahren hat Dr. Rosenberg die Gewaltfreie Kommunikation in mehr als zwei Dutzend Ländern an Ausbilder, Schüler, Studenten, Eltern, Manager, medizinisches und psychologisches Fachpersonal, Militärs, Friedensaktivisten, Anwälte, Gefangene, Polizisten und Geistliche weitergegeben.
 aktualisiert am: 18:02 28/11 2005
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