ÜbersichtAuf den ersten Blick mag es verwegen erscheinen, die phänomenologisch-systemische Therapie Bert Hellingers mit dem Neurolinguistischen Programmieren verbinden zu wollen. Schließlich unterscheiden sich beide Therapieformen sehr beträchtlich. Und dies nicht nur im Hinblick auf ihre jeweilige Entwicklungsgeschichte oder die therapietheoretischen Hintergründe, denen sie ihre Prägung verdanken. Auch in ihrem Erscheinungsbild sind beide Ansätze grundverschieden: NLP - schnell, jung, leicht, eben einfach kalifornisch. Demgegenüber steht Bert Hellinger in einer deutlich europäisch geprägten Tradition, bei der Tiefe und existentielle Schwere eher die passenden Attribute zu sein scheinen. Mit NLP und Hellinger begegnen sich also in Methode und Image sehr unterschiedliche Welten.
Und dennoch: Die Autoren stellen in diesem Buch den Versuch vor, die beiden so grundverschiedenen Ansätze von NLP und Bert Hellinger zu einem schlüssigen Gesamtkonzept zu verbinden. Das Kriterium, das diesen Versuch in allererster Linie legitimiert, lautet schlicht und ergreifend: Es funktioniert, wie die Väter des NLP Richard Bandler und John Grinder im NLP-typischen Jargon des Pragmatismus erklären würden; oder, wie Bert Hellinger den ablesbaren Effizienzgrad vermutlich formulieren würde: Es wirkt.
Die Praxis des Therapiealltags erwies die strikte Trennung - NLP hier und Hellinger da - im Hinblick auf die therapeutischen Anforderungen, im Hinblick also auf das Wohlergehen der Klienten als überaus unfruchtbar. Mögen sich andernorts die ideologischen Grabenkriege darüber noch lange fortsetzen, die Autoren haben in ihrer Praxis immer wieder davon profitiert, daß sich beide Ansätze so gut miteinander verschränken lassen.
"Wir sind der Überzeugung, daß mit dem Verbund aus NLP einerseits und dem Hellingerschen Ansatz andererseits ein Therapieaggregat in Ansatz gebracht werden kann, das den Forderungen nach Schnelligkeit und Haltbarkeit therapeutischer Interventionsarbeit in einem Maß gerecht wird, wie dies auf anderen uns bekannten therapeutischen Wegen nicht möglich zu sein scheint." - Klaus Grochowiak & Katharina Stresius |